Das Urteil oder "der Witz schlechthin"

Urteilsverkündung war am 23.10.2014. Normalerweise ist dann keiner dabei. Dies sollte man aber unbedingt mal erlebt haben. Kann ich nur jedem empfehlen.

Zum Urteil: Wie gesagt, wurde auf Herausgabe geklagt. Ich habe ein Zurückbehaltungsrecht geltend gemacht. Lucie wollte ich ja auch nie behalten, möchte aber logischerweise sämtliche Kosten, die mir entstanden sind, erstattet haben. Die sich aus:

Röntgenbilder
Blutuntersuchung zur OP-Fähigkeit
OP der Korrektur
OP zur Entfernung der eingesetzten Drähte
Physiotherapien
Nahrungsergänzungsmittel
Wurm- und Zeckenmittel
wiederholter Test auf Mittelmeerkrankheiten
sowie KM-Geld Pauschalen von 0,30 Cent/KM

zusammenstellten.

Der Richter schreibt in seiner Entscheidung dazu folgendes: "Ersatzfähig sind nur Verwendungen. Verwendungen sind nach der ständigen Rechtsprechung Vermögensaufwendungen, die der Sache zugutekommen sollen, d.h. Maßnahmen, die der Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Sache dienen."

Da ich den Richter am Tage der Verkündung gefragt habe, ob er selber einen Hund besitzt, weiß ich: er hat keinen. Er kann also nicht wissen, was Wurm-und Zeckenkuren ausmachen. Mit einem Knotttest (Herzwürmer) wusste er anscheinend auch nichts anzufangen. Sie sind nicht nur für den Hund gefährlich sondern auch für andere im Haushalt lebende Tiere und für den Menschen! Er kann auch nicht wissen, dass zur Erhaltung eines Hundes, Futter und Wasser benötigt wird. Und da er kein Arzt ist, und auch keinen Sachverständigen, trotz mehrmaliger Aufforderung, zugelassen hat, kann er auch nicht wissen, dass Physiotherapien zur Wiederherstellung der hochgradig atrophischen (verkümmerten) Muskulatur zwingend notwendig waren. Anscheinend hat er auch nicht den von mir vorgelegten OP-Bericht gelesen, denn da stand, dass bei unzureichenden Maßnahmen, sprich Physiotherapien, eine Amputation zur Folge haben kann.

Weiterhin schreibt er: "Verwendungen, wenn sie zur Erhaltung oder ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der Sache nach objektivem Maßstab zur Zeit der Vornahme erforderlich ist, die also der Eigentümer sonst hätte machen müssen und die nicht nur den Sonderzwecken des Besitzer dient."

Zum einen hätte der Eigentümer, sprich der Verein, z.B. Physiotherapien durchführen lassen müssen und wollen. Dies stand mehrmals in den Schriftsätzen. Natürlich vom Vereinsmitglied Frau B! Frau B. hat allerdings in ihrer Strafsache ausgesagt, dass Physiotherapien kontraproduktiv sind. Man höre, das sind die Worte einer angeblich gelernten Physiotherapeutin! Zwar für Menschen, aber sie kennt sich sehr gut mit Hunden aus! Welche Sonderzwecke mir in dieser Sache zugute gekommen sind, kann ich nur erahnen:

Den ANGSTHUND an Menschen gewöhnen, zu sozialisieren und ich durfte mein Auto benutzen um den Hund von A nach B zu transportieren. Die Schäden, die mir entstanden sind, wie die gekürzten Gardinen, angefressene Möbel, zerstörte Bettwäsche durfte ich mir neu kaufen!

Darüber bin ich natürlich sehr glücklich. Ich weiß nämlich sonst nicht wohin mit meinem Geld und mit meiner Freizeit weiß ich auch nichts anzufangen!

Jetzt der Witz: "Wie der Verein vorgetragen hat, sollte die OP auf jeden Fall durchgeführt werden. Auch wenn die OP-Kosten streng rechtlich betrachtet nicht notwendig gewesen sein sollte, waren sie vom Standpunkt des Vereins damit jedenfalls werterhöhend, weil der Kläger die OP-Kosten nun nicht selbst aufwenden muss."

"Das Gericht hält es für plausibel, das die Zeugin B. die Physiotherapie für den Verein ehrenamtlich und damit kostenlos durchgeführt hätte."

Hallo Herr Richter, Hausaufgaben nicht gemacht? Es bestand eine Ordnungsverfügung! Keine Abgabe an Dritte! Und gerade nicht an Frau B.!

Weiter geht es mit: "Eine Notwendigkeit, die Behandlungen entfernt von dem Wohnort der Beklagten durchführen zu lassen und dadurch Fahrtkosten in beträchtlicher Höhe ausgesetzt zu sein, bestand nicht. Wiederum erscheint es außerdem plausibel, dass der Verein die Möglichkeit gehabt hätte, einen Transport unentgeltlich durch ehrenamtliche Helfer durchführen zu lassen."

Liebe Pflegestellen, ich hoffe mal, dass wenn Sie ein Pflegetier übernehmen, welches operiert werden muss, auch mindestens einen OP-Raum zu Verfügung stellen können, natürlich mit sämtlichen Röntgengeräten, usw., zudem ein Hunde-Schwimmbecken und natürlich auch einen Garten mit ganz vielen verschiedenen Untergründen wie Sand, Laub und Bergen.

Schon wieder nicht die Hausaufgaben gemacht? Abgabe an Dritte war mir untersagt. Zeugen wurden nicht geladen! Satzung interessiert auch nicht. Vom Vereinsrecht, bzw. Steuerrecht, hat man anscheinend auch keine Ahnung!

Und jetzt der Härtespruch: "Ein weitergehender Anspruch der Beklagten gegen den Verein auf Aufwendungsersatz (damit meint der Richter die Wurm-Zeckenkuren, Test auf Mittelmeerkrankheiten und Nahrungsergänzungsmittel) besteht nicht. An der Vornahme der weiteren (nicht lebensnotwendigen) Behandlung bestand kein öffentliches Interesse."

Da fehlten mir die Worte! Erstmal.....

Heute weiß ich, dass genau dieser Verein und auch alle anderen Tierschutzvereine, damit eigentlich Spendengelder veruntreuen! Denn genau das macht den Auslandstierschutz aus, zuzüglich Kastrationen! Am weitesten weg, gehören hier Vermittlungen von nicht sozialisierten und dazu noch kranken Tieren!

Liebe Adoptanten eines Auslandshundes mit Ehrlichiose, Leishmaniose oder Babesiose: selbst wenn in den Schutzverträgen steht, dass Sie verpflichtet sind, Tests auf Mittelmeerkrankheiten nach einem halben Jahr zu wiederholen, Sie brauchen es nicht mehr! Denn an diesen Behandlungen besteht kein öffentliches Interesse! Und alles was nicht im öffentlichen Interesse ist, kann kaum ein Tierschutzverein von Ihnen verlangen!

Bei der Güteverhandlung hat man mir eine Ratenzahlung angeboten, nachdem man ein dreiviertel Jahr Zeit hatte, Spenden einzutreiben und dies auch getan hat. Als ich während der Verhandlung die erste Vorsitzende Frau P. fragte, was sie zu einer Kastration sagt, meinte sie, sie möchte nichts sagen. Den Hund hat man bis heute nicht abgeholt, obwohl die Anwältin des Vereins gesagt hat: "Lucie ist ganz ehrlich schon vermittelt"!

Update vom 19.02.2015: Lucie wurde am 02.01.2015 von Frau B. abgeholt. Gegen dieses Urteil habe ich Berufung eingelegt.